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Orgel und Organist

Die Orgel der Dreifaltigkeitskirche.

Dass die Orgelmusik in der Dreifaltigkeitskirche eine ganz besondere Bedeutung hat, sieht man auf den ersten Blick: Das Instrument befindet sich vorne oberhalb des Altars und nicht wie gewöhnlich im hinteren Teil der Kirche.

Die erste Orgel in der Dreifaltigkeitskirche baute bereits 1716 Ignatius Will aus Mainz. Ihr mit goldenem Akanthuslaub und acht Engelputten reich verzierter Orgelprospekt stammt von Christian Dathan, dem Erbauer der Kirche, und ist bis heute erhalten.

1791 erhielt die Dreifaltigkeitskirche eine neue Orgel mit Rückpositiv von Johann Georg Geib aus Frankenthal, die allerdings drei Jahre später in der Französischen Revolution verwüstet wurde. Daraufhin baute Geib 1812 wiederum eine Orgel.

Auf dieser spielte auch der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy. Im Tagebuch ihrer Hochzeitsreise schrieb seine Frau Cécile am 5. April 1837: „Nachmittags spielte Felix die Orgel einer schändlich bemalten Kirche, einen Klapperkasten.“ Immerhin aber komponierte Mendelssohn in den Tagen in Speyer im April 1837 die drei Präludien für Orgel op. 37. Die Orgel der Dreifaltigkeitskirche ist die einzige in Speyer, die das Hochzeitstagebuch erwähnt – vielleicht haben wir dem „Klapperkasten“ also die heute so beliebten Präludien zu verdanken.

1882 wurde die Orgel von Johann Jelacic aus Speyer dem romantischen Zeitgeschmack angepasst (so dass sie dann vielleicht auch Mendelssohn besser gefallen hätte).

1929 wurde schließlich anlässlich der 400-Jahrfeier der Protestation von 1529 von der Firma Steinmeyer aus Oettingen ein neues Orgelwerk eingebaut. Dabei wurden etwa zur Hälfte bereits vorhandene Pfeifen aus den Vorgängerorgeln verwendet. Die elektropneumatische Orgel, deren Spieltisch nicht hinter dem Rückpositiv, sondern auf der oberen Empore hinter den Liedtafeln steht, besitzt auf 3 Manualen und Pedal 41 Register. Das vielleicht schönste Register, wenn auch ohne Pfeifen, kann man am Orgelprospekt entdecken: den Zimbelstern am Rückpositiv.

Alma Brodersen

Literatur:

Rudolf Barbey, Die neue Orgel in der Dreifaltigkeitskirche in Speyer, in: Carl Cantzler u. a. (Hg.), Die Dreifaltigkeitskirche in Speyer, Speyer: Prot. Presbyterium 1929, S. 44-50.

Bernhard H. Bonkhoff, Historische Orgeln in der Pfalz, München, Zürich: Schnell & Steiner 1984, S. 44.

Felix und Cécile Mendelssohn Bartholdy, Das Tagebuch der Hochzeitsreise, hg. v. Peter Ward Jones, Zürich, Mainz: Atlantis Musikbuch-Verlag 1997, S. 38.

Matthias Thömmes, Orgeln in Rheinland-Pfalz und im Saarland, Trier: Paulinus-Verlag 1981, S. 231.

 

Manual I

 

1 Bordun 16'

2 Principal 8'

3 Quintade 8'

4 Gedeckt 8'

5 Oktave 4'

6 Rohrflöte 4'

7 Quinte 2 2/3'

8 Oktave 2'

9 Cornett 4'

10 Mixtur 2'

11 Trompete 8'

 

 

 

 

 

Manual II

 

18 Gedeckt 8'

19 Prästant 4'

20 Traversflöte 4'

21 Blockflöte 2'

22 Quinte 1 1/3'

23 Zimbel 4fach

24 Tremulant

25 Zimbelstern

 

 

 

 

 

Manual III

 

26 Rohrflöte 16'

27 Principal 8'

28 Flöte 8'

29 Salicional 8'

30 Oktave 4'

31 Nachthorn 4'

32 Nasat 2 2/3'

33 Superoktav 2'

34 Spitzflöte 2'

35 Terz 1 3/5'

36 Sifflöte 1'

37 Scharf 5fach

38 Rankett 16'

39 Krummhorn 8'

40 Regal 4'

41 Tremulant

 

 

 

 

 

 

Pedal

 

42 Violonbass 16'

43 Subbass 16'

44 Zartbass 16'

45 Oktavbass 8'

46 Violon-Cello 8'

47 Oktave 4'

48 Waldflöte 2'

49 Quintbass 10 2/3'

50 Rauschpfeife 2 2/3'

51 Posaune 16'

52 Rankett 16'

53 Krummhorn 8'

 

 

 

 

Tonumfang

 

Manuale: C – g '''

 

Pedal: C – f '